Übersichtskarte

Freitag, 17.11.2017

Über die Magellanstraße nach Feuerland

Einen ganzen Tag haben wir auf Feuerland verbracht. Nicht alleine, sondern mit einer 10-köpfigen super tollen Truppe. Doch was ist Feuerland? Irgendwie ist es jedem ein Begriff, doch wirklich etwas darüber wissen, tut niemand. (Wir vorher auch nicht richtig.) Feuerland (spanisch: Tierra del Fuego) ist eine Inselgruppe an der südlichsten Spitze in Südamerika. Zu ihr gehört übrigens auch Kap Hoorn. Feuerland gehört sowohl zu Chile, als auch zu Argentinien. Die größte Insel 'Isla Grande de Tierra del Fuego' wird unter den Ländern zu Häfte aufgeteilt und diese Insel haben wir uns angeschaut.

Eigentlich verbirgt sich hinter Feuerland eine ganz traurige Geschichte. 1880 wurde das erste Gold auf Feuerland gefunden und damit kamen immer mehr Immigranten ins Land. 30% der europäischen Immigranten waren Kroaten, allerdings auch viele Engländer und Deutsche. Durch die mitgeschleppten europäischen Krankheiten und die vom damaligen argentinischen Präsidenten durchgeführte 'Wüsteneroberung', bei der er die argentinische Herrschaft über Patagonien sicherstellen wollte, wurden fast alle indigen Völker von Feuerland vernichtet. Wegen riesiger grüner Grasflächen kamen auch immer mehr Schafzüchter nach Feuerland. Die indigen Völker kannten kein Schaf und fingen an diese zu schlachten und zu essen, denn sie dachten, es ist ihr Land, also auch ihre Schafe. Den Schafzüchtern gefiel das natürlich überhaupt nicht und so setzten diese 3 - 5 Dollar für einen Kopf eines Indianers aus. So wurden dann auch die restlichen Ureinwohner vernichtet. Neben Gold und Schafen gab es aber noch einen dritten Rausch: Öl. Ab 1945 wurde im Norden der Insel viel Öl abgebaut, was wieder mehr Bewohner auf die Insel zog. Nachdem die meisten Quellen Mitte der 80er versiegten, gingen auch wieder die Einwohnerzahlen zurück. Heute leben viel mehr Schafe (ca. 3 Mio.) als Menschen (ca. 8.000) auf der Insel - zumindest im chilenischen Teil.

Morgens um 07:30 Uhr wurden wir abgeholt und sind direkt zur Fähre gefahren, die 2 Stunden über die Magellanstraße führt. Das Wasser war erstaunlich blau und klar! Auf Feuerland angekommen sind wir in ein Museum gefahren, was ein wenig über die Geschichte, Tiere und das frühere Leben auf der Insel aufklärt. Von dort aus ging es weiter zu einem Denkmal für die damals hier lebenden Indianer. Diese wurden in echter Lebensgröße als Figuren aus Stein erbaut, so wie sie auch damals durch das Land gezogen sein sollen. Danach ging es für uns zum absoluten Highlight der gesamten Tour! Nach einer Stunde Fahrt durch wunderschöne Landschaften - zwischenzeitlich dachte man, man wäre im Auenland gelandet laughing - erreichten wir den Parque Pingüino Rey! Hier kann man freilebende Königspinguine beobachten! Sie sind nach den Kaiserpinguinen die zweit größten Pinguine. Während die Kaiserpinguine nur in der Antarktis leben und als 'potentiell gefährdete' Art eingestuft werden, leben die Königspinguine ein paar Breitengrade höher und werden als 'nicht gefährdet' eingestuft. So hatten wir die einmalige Chance eine neue Kolonie zu beobachten. An diesem Tag waren ca. 100 Pinguinemit 10 kleinen Jungtieren in braunen Daunenfedern zu sehen.

Danach ging es weiter nach Cerro Sombrero (=Hügel-Hut). Dies ist eine kleine Stadt, in der während des Öl-Booms früher einmal mehrere tausend Menschen gelebt haben. Heute leben noch knapp 1.000 Menschen in der Stadt und fast alles steht leer und ist heruntergekommen. Wir haben uns gefühlt wie in einer Geisterstadt oder in einem Film, wo man in jedem Augenblick alles wieder zum Leben erwecken kann. Doch dem war nicht so. Ein altes Kino, in dem eigentlich über 400 Personen hineinpassen, wird heute als Meeting-Raum genutzt. Ein großes Gebäude, in dem sich ein leeres Schwimmbad, eine Turnhallte, ein noch genutztes Fitnessstudio und ein Botanischer Garten befindet, bildet den Mittelpunkt der kleinen Stadt. Es war wirklich, als wäre die Zeit stehen geblieben. Irgendwie ein merkwürdiges Gefühl.

Als nächstes fuhren wir wieder zu Fähre, die uns in 20 Minuten vom Feuerland zurück zum Festland brachte. Auf dem Rückweg haben wir an einem weiteren verlassenen Ort angehalten, wo sich eine alte Schaffarm, mehrere leerstehende Häuser und zwei verottende Schiffe am Meer befanden. Danach machten wir uns auf dem Weg nach Hause, wo wir dann um 21:30 Uhr ankamen!

die 20 Minuten Fähre auf der Magellanstraße

Wir sind so froh, dass wir die Feuerland Tour gebucht haben! Wir haben so viele freilebende Tiere entdecken (darunter übrigens auch ein braunes Stinktier, Füchse und einen kleinen Strauß!) und wunderschöne unberührte Natur erleben können. Das nächste mal würden wir allerdings einen Mietwagen nehmen, damit man auch zwischendurch mal anhalten kann um Fotos zu machen oder einfach die Natur zu genießen. smile Viele Touristen gibt es bis jetzt noch nicht, denn diese Tour wird bis jetzt nur von zwei Anbietern angeboten. Fast jeder fährt zur Isla Magdalena, eine reine Pinguininsel mit vielen kleinen Magellan-Pinguinen.

in der Hauptstadt Porvenir der chilenischen Seite eine Guanako Herde - sie gehören zur Gattung der Lamas

Donnerstag, 16.11.2017

Punta Arenas - am Ende der Welt

Von Puerto Montt nach Punta Arenas sind es 31 Stunden Busfahrt, die wir sehr gerne auf uns nahmen! Die Busfahrt verläuft fast ausschließlich durch Argentinien, da es im Süden Chiles keine durchgehenden Straßen gibt. Die Fahrt selbst ist für uns schon ein absolutes Highlight gewesen. Man fährt durch Schnee, an riesigen blauen Seen vorbei, Berge der Anden im Hintergrund, vorbei an Flamingos, Lamas und Co. mit atemberaubendem Blick auf die Landschaft. Die Einreise nach Argentinien war problemlos, eine Ausreise gab es irgendwie nicht, in Chile wieder angekommen, stellte man uns wiedermal keine einzige Frage. Hallo Punta Arenas, hallo südlichste Großstadt der Welt!

Unsere airbnb Wohnung liegt etwas außerhalb der Stadt, deswegen haben wir jemanden gefragt, was der beste und günstigste Weg sei, zu unserer Wohnung zu gelangen. Als dies' ein älteres Ehepaar hörte, boten sie uns sofort an bei ihnen mitzufahren, denn sie wohnen in der gleichen Gegend wie wir. Die Chilenen sind wirklich wahnsinnig freundliche und hilfsbereite Menschen. Einen Block von unserem Haus entfernt, liegt ein Gewerbegebiet, welches sich in einer Steuerfreien Zone befindet. Diese 'ZonAustral' ist mit den Jahren zu einer Sehenswürdigkeit an sich geworden, die täglich 15.000 Menschen anlockt! Von Autohäusern, Möbeln, Deko, Kleidung, Lebensmitteln, Restaurants findet man hier alles! Das Gebiet umfasst insgesamt 13 Hektar mit Produkten aus aller Welt. Da haben wir natürlich auch zugeschlagen! Socken und Handschuhe durften es für uns sein. laughing

Punta Arenas liegt im äußersten Süden Chiles an der Magellanstraße. (= Meerenge, die den Atlantischen Ozean mit dem Pazifischen verbindet) Es ist hier das ganze Jahr über windig und kalt, die Temperaturen schwanken um die 6°C. Das merkten wir auch gleich bei unserer Anreise, weshalb warme Kleidung ein absolutes Muss ist. Die Stadt ist der Ausgangspunkt für viele Kreuzfahrten durch die Fjorde Patagoniens. Wir waren bei verschiedenen Agenturen, haben aber keine Kreuzfahrt nach Kap Hoorn für unter 2.500 USD pro Person gefunden. Kap Hoorn ist der südlichste Punkt Südamerikas und genau deswegen bei uns auf der Wunschliste ganz weit oben. Doch leider schwer zu erreichen und deswegen auch (momentan) unbezahlbar.

Als wir morgens in die Stadt gefahren sind, haben wir am Hafen schon ein riesiges Kreuzfahrtschiff der AIDA entdeckt. Als wir am Plaza de Armas ankamen, wimmelte es nur so von deutschen Rentner-Paaren. Wir haben uns mit einigen unterhalten. Sie machen alle eine 4 monatige Reise um die Welt, sind nun die fünfte Woche unterwegs, haben Kap Hoorn besucht und steuern bald auf die Osterinseln zu! Ziele die auf unserer Chile-Liste weit oben stehen, für uns aber leider Budjetmäßig nicht drin sind. Da waren wir zugegeben ein bisschen neidisch. laughing

Außer von Argentur zu Argentur zu rennen und die nächsten Tage zu planen, waren wir bei einem Aussichtspunkt über der Stadt, am Hafen und am Plaza de Armas, wo eine Statue steht, die zu Ehren der Indianer gebaut wurde. Man sagt, dass man nach Punta Arenas zurück kehren wird, wenn man den Fuß der Statue küsst oder anfasst. Das haben wir doch gleich mal ausprobiert! Nach einem erfolgreichen Organisationstag, ging es mit einer gebuchten Tour und einem Weiterreise-Ticket glücklich zu unserer Wohnung zurück. smile

Montag, 13.11.2017

Isla Grande de Chiloé

Bei Puerto Montt liegt außerdem die Insel Chiloé, die besonders für die Holzkirchen bekannt ist. Louis hat uns gesagt, dass es ein perfekter Tagesausflug wäre, den man ganz einfach selbst organisieren kann, da im Stunden Takt die Busse hin und zurück fahren. Er hatte uns die drei größten Städte genannt, die wir uns anschauen sollten: Ancud im Norden, Castro im Zentrum und Quellón im Süden.

Morgens um 10 Uhr sind wir zum Busbahnhof gelaufen, von wo aus wir nach Chiloé gefahren sind. Die Fahrt bis zur Fähre dauerte eine Stunde, was uns schon ein bisschen wunderte. 20 Minuten später sind wir dann auf der Insel angekommen und es fing auch direkt an zu regnen. Wir haben uns dafür entschieden, direkt weiter nach Castro zu fahren, in der Hoffnung, der Regen würde aufhören. Nach drei Stunden (!!!) sind wir endlich in Castro angekommen. Mittlerweile war es schon 14:00 Uhr. Wir mussten leider schnell feststellen, dass wir auf keinen Fall die Zeit haben ganz in den Süden zu fahren, denn die Insel ist viel größer, als wir gedacht hatten (insgesamt 180km lang). Deshalb sind wir in Castro geblieben, haben uns die Stadt, den Hafen und eine der berühmten Holzkirchen angeschaut. In der Umgebung von Castro befinden sich zahlreiche Kirchen aus Holz, die sogar allesamt zum Weltkulturerbe ernannt worden sind.

Nach einem leckeren Mittagessen ging es für uns dann wieder in den Norden nach Ancud. Wir sind um 18:00 Uhr dort angekommen und bereits um 20:00 Uhr fuhr der letzte Bus zurück nach Puerto Montt. Also hatten wir zwei Stunden um das kleine Örtchen zu erkunden. Wir wollten in das 'Museo Regional de Chiloé', welches Louis uns auch sehr empfohlen hatte, da hier die Geschichte von Ancud erzählt wird, doch leider hat es montags geschlossen! Wir sind dann weiter zur spanischen Festung 'Fuerte San Antonio', von wo aus man einen schönen Blick aufs Wasser und einen Teil der Stadt hat. Hier haben die Spanier die Insel damals vor den angreifenden Franzosen beschützt, sonst würde man hier nun französisch sprechen. Mehr Zeit war dann auch nicht, denn wir mussten ja pünktlich am Busbahnhof sein. Um 22:30 Uhr waren wir dann wieder in unserer Unterkunft.

Chiloé ist mit Sicherheit eine beeindruckende Insel, die viel zu bieten hat. Leider haben wir uns im Vorfeld nicht ganz so viel informiert und deswegen viel zu wenig Zeit mitgebracht. In einem Tag kann man die Insel auf keinen Fall erkunden. Es gibt viele Touren, die für diese Insel angeboten werden. Unter anderem kann man Pinguine beobachten, auf den kleinen Nachbarinseln Kirchen anschauen, zu Wasserfällen wandern oder im Süden mehrere Nationalparks erkunden. 3 - 4 Tage kann man hier gut verbringen, denn es ist eine wirklich wunderschöne und vielseitige Insel!

eine der brühmten Holzkirchen in Castro die alte Festung mit Kanonen - der Weg besteht komplett aus Muscheln

Sonntag, 12.11.2017

Puerto Montt - Hallo Patagonien!

Patagonien ist das südliche Gebiet in Südamerika, also der südliche Teil von Chile und Argentinien. Hier findet man viele Berge, Gletscher, Vulkane und türkisblaue Bergseen. Puerto Montt ist unsere Station Nummer 1 in Patagonien und wir sind bei einer wirklich wundervollen Airbnb Familie gelandet. So herzlich wurden wir wirklich noch nie begrüßt, es fühlt sich eher an wie in einer Gastfamilie zu leben, als eine Unterkunft über airbnb gebucht zu haben – morgens wird uns sogar Frühstück serviert. Wir saßen einige Stunden mit den beiden (Louis & Silvia) am Tisch und haben Pläne für die nächsten Tage geschmiedet und das obwohl wir nur ein bisschen Spanisch und die beiden nur ein bisschen Englisch sprechen können. Wir haben uns trotzdem super verstanden!

Am Tag, als wir angekamen, haben wir uns erstmal einen Überblick verschafft. Dazu sind wir zu einem Aussichtspunkt gelaufen, bei dem man die ganze Stadt überblicken konnte. Danach sind wir durch die Straßen geschlendert, haben uns den Hafen angeschaut und sind in ein großes Einkaufszentrum gegangen. Das ist irgendwie immer noch aufregend, seit dem wir in Chile sind. Aber es ist auch verdammt teuer, deswegen nur gucken, nicht anfassen! laughing

Puerto Montt

Der nächste Tag war dann schon viel aufregender. Von Louis haben wir den Tip bekommen, den Vulkan Osorno zu besichtigen. Dieser liegt etwas außerhalb von Puerto Montt, ist aber mit dem Collectivo gut zu erreichen. Bis auf die letzten 16 km und 1.600 Höhenmeter hoch zum Vulkan. Hier fährt kein Bus - steht jedenfalls so im Internet. Als wir Silvia morgens erzählt hatten, dass wir zum Vulkan wollen, war sie ein wenig verwundert, dass wir keine Tour buchen wollten. Aber sie fand es gut und riet uns nicht davon ab. Wir sind einfach mal los gefahren, mal gucken was passiert. Zuerst fährt man mit dem Collectivo 20 km nach Puerto Varas, dann 45 km weiter nach Ensenada. Wir haben den Busfahrer nochmal nachgefragt, ob wirklich kein Bus zum Vulkan fährt, er hat es bestätigt. Es gab zwei Möglichkeiten: laufen oder trampen. Laufen wollten wir nicht und die Zeit hatten wir auch gar nicht eingeplant, also blieb nur eins übrig: das erste mal per Anhalter fahren. Wir sind die ersten 2 km zur Straße gelaufen, die Richtung Vulkan führt. Hier sind wir stehen geblieben, Daumen raus und gleich das erste Auto ist angehalten! Wir waren so glücklich, denn dass es so einfach klappt, hatten wir uns nicht vorgestellt.

Oben angekommen, waren wir erstmal sprachlos. Wir sind das erste mal seit der Reise im Schnee und auf einem Vulkan! (Laut Louis übrigens der perfekteste Vulkan überhaupt laughing) Wir sind erstmal über Lavagestein und Asche Richtung 'roter Krater' gelaufen. Das war ein merkwürdiges Gefühl, denn während der kalte Wind ins Gesicht wehte, wurden die Füße und Beine durch den aktiven Vulkan von unten gewärmt. Als wir oben ankamen machten wir eine kleine Pause. Nach kurzer Zeit hatte man das Gefühl, als ob die Schuhsolen schmelzen würden, denn ohne Bewegung wurde es schon verdammt warm. Total verrückt! Durch den tiefen Schnee sind wir dann zum Skilift gelaufen, um damit wieder runter zu fahren. Wir sind eingestiegen ohne zu bezahlen, denn niemand hat uns gefragt. Unten angekommen haben wir dann gesehen, dass ein Tagespass 12.000 Pesos kostet (= ca. 16 € p.P.)!!! Also besser schnell weg hier, bevor uns doch noch jemand nach Tickets fragt. Die Rückfahrt war wieder aufregend, Auto Nr. 4 hat angehalten, ein Geländewagen. Wir durften hinten auf der Ladefläche platznehmen - besser als Achterbahn fahren. Das hat wirklich Spaß gemacht!

kleine Pause mit Blick auf den Vulkan Osorno

Auf dem Weg zurück zur Kreuzung sind wir an der Laguna Verde (Grüner See) vorbeigekommen. Ein blau/grüner kleiner See, umgeben von grünen Bäumen. Von hier aus sind wir zu den Wasserfällen Saltos de Petrohué gefahren - auch per Anhalter. Wunderschöne Wasserfälle mit türkisblauem Wasser, umgeben von riesigen grünen Bergen! Einfach der Wahnsinn. Insgesamt konnte man hier noch zwei weitere kleine Wanderungen zu Bächen, Seen, einem kleinen Wasserfall und Aussichtspunkten machen. Der Eintritt von ca. 5,00 € pro Person hat sich dafür wirklich gelohnt.

Laguna Verde 

Saltos de Petrohué

Von den Wasserfällen sind wir mit verschiedenen Bussen wieder zurück nach Puerto Montt gefahren. Für uns was das ein perfekter Tag: Schnee, Vulkan, Wasserfälle, Seen, Berge! Unglaublich beeindruckende Landschaften, die wir so schnell nicht wieder vergessen werden. Das Trampen haben wir auch irgendwie für uns entdeckt. Es ist aufregend und man lernt viele tolle Menschen kennen. In Chile machen das übrigens viele Backpacker und es gilt hier als sehr sicher!

Freitag, 10.11.2017

Pucón

Um 07:30 Uhr erreichten wir mit dem Nachtbus den Terminal in Pucón. Wir stiegen aus dem Bus, der erste Eindruck: unfassbar schön! Wir mussten ein bisschen zu unserem Hostel laufen und fühlten uns schon nach ein paar Gehminuten pudelwohl. Unser Hostel 'Flamingo' ist im Landhausstil gehalten und lädt sofort zum Wohlfühlen ein. Es hat eine riesige Küche mit wirklich allen erdenklichen Geräten (darunter z. B. auch Eismaschine, Waffeleisen usw.), einen sehr großen Garten mit vielen Möglichkeiten zum Entspannen und wir haben ein super schönes Zimmer! (so ein schönes Zimmer hatten wir noch nirgendwo laughing)

Pucón ist ein kleines, sehr gepflegtes Dorf. Die Häuser haben eine ganz andere Architektur als im Norden und in der Mitte des Landes, sie sind ausgefallen gebaut, meist aus Holz und erinnern oft an die Häuser in der USA (bunte Holzhäuser). Überall ist grüner Rasen, bunte Bäume und im Hintergrund die Berge und ganz besonders der Vulkan Villarrica. Wegen dem sind wir auch eigentlich nur nach Pucón gekommen. Der Vulkan ist noch aktiv und man kann ihn mit Schneeausrüstung besteigen und mit Glück sogar in den Krater hinein gucken. Außerdem ist er nur 2.847 m hoch, also sollten keine Probleme mit der Höhe auftreten. Die ersten 500m fährt man mit der Seilbahn nach oben, um dann die restlichen steileren 600m selbst hinauf zu steigen. Also: der perfekte Vulkan!!!

Leider, wirklich leider wurde ich auf der Fahrt nach Pucón krank, mir ging es schon im Bus nicht gut und das machte uns dann einen Strich durch die Rechnung. cry Dass ärgert uns wirklich unglaublich, sodass wir überlegen, eventuell später nochmal nach Pucón zurück zu kommen. Wir hatten allerdings auch ohne Wanderung zwei schöne erholsame Tage in Pucón und würden auch nur zum Entspannen jederzeit wieder kommen.

Wer in Chile ist, sollte nach Pucón reisen, denn dieses kleine Dorf hat einiges zu bieten! Es liegt zudem noch direkt am Lago Villarrica, ein großer See. Wir haben uns hier die Stadt angeguckt und sind einfach nur begeistert. Trotz vieler Touristen ist es gemütlich und ruhig, alles ist wunderschön gestaltet und man fühlt sich sofort heimisch. Von Santiago (die meisten werden bei einem Chile-Besuch ja in Santiago ankommen) sind es 11 Stunden mit dem Bus, mit dem Auto nur die Hälfte. Also perfekt für ein paar Tage, oder einen Wochenendausflug.

unser Zimmer :) am Lago Villarrica am Plaza de Armas Vulkan Villarrica

Mittwoch, 08.11.2017

Santiago - Grüße aus der Hauptstadt

Von Valparaíso aus fährt fast jede Stunde ein Bus nach Santiago. Das sind nur 2 Stunden Fahrt und kostet nur 4,50 € pro Person. Wir sind nachmittags in Santiago angekommen und sind mit der U-Bahn (wir sind schon echt lange nicht mehr U-Bahn gefahren) zu unserer airbnb Wohnung gefahren. Wir haben uns in Santiago für eine airbnb Wohnung entschieden, da die Hostels ziemlich teuer sind - sowieso für Doppelzimmer - und hier haben wir für 22 €/ Nacht ein privates Zimmer mit eigenem Bad. Die airbnb Wohnung stellte sich schon nach ein paar Minuten als absoluter Volltreffer heraus, denn wir wohnen mitten in der Stadt in einem 30-stöckigem Hochhaus im 25. Stock und haben einen fantastischen Ausblick! Die Wohnung ist klein aber fein, sehr sauber und liebevoll eingerichtet.

Santiago ist die Hauptstadt von Chile und gilt als eine der modernsten Städte Südamerikas. Zur Zeit ist hier gerade Frühlung und der Sommer fängt langsam an, weshalb wir Temperaturen von bis zu 25°C genießen durften. Santiago ist besonders für die zahlreichen Museen bekannt, die wir selber nicht besucht haben, sich aber auf jeden Fall lohnen sollen.

Hier in Santiago haben wir uns spontan mit dem lieben Lennart getroffen, der hier anfängt zu arbeiten. Zusammen haben wir einen Tag den Berg 'San Cristóbal' besichtigt. Es gibt verschiedene Wege zum Gipfel zu gelangen: man kann laufen, mit dem Auto oder Fahrrad hochfahren oder mit einer Standseilbahn und Seilbahn die 300 Höhenmeter überwinden. Wir haben uns für das Rundum-sorglos-Paket entschieden und sind mit der Standseilbahn hochgefahren. Mit dieser Bahn kann man übrigens auch zum Santiago Zoo fahren, der sich am Fuße des San Cristóbals befindet. Oben angekommen hat man einen wahnsinnigen Überblick über die gesamte Stadt. Außerdem steht am Gipfel die 22m hohe Statue der Jungfrau Maria, die als Wahrzeichen von Santiago gilt. Eine kleine Kapelle und ein Amphitheater machen die wohlfühlende Atmosphäre perfekt. Mit beeindruckenden Blicken ging es dann wieder runter und in die Stadt zum riesigen, mit Palmen beschmückten und mit Katherdalen und Hochhäusern umrandeten Plaza de Armas. Es war Sonntag - und die Hölle los! Wir haben im Schopdog zu Abend gegessen und so den schönen Tag ausklingen lassen. Verrückt, dass man eine Person aus der Heimat am anderen Ende der Welt wieder sieht! smile Schopdog ist übrigens eine chilenische Fast-Food Kette, die einen leichten Kneipen Charakter hat. Es läuft Fußball, gibt Bier und unglaublich leckeres Essen!

Die anderen Tage sind wir einfach durch die Stadt gelaufen. Es gibt unglaublisch schöne grüne Parkanlagen, direkt daneben aber auch sehr verschmutze Gegenden. Wie es halt in den meisten Großstädten so ist. Trotzdem ist die Vermüllung und die damit verbundende Umweltverschmutzung ein sehr, sehr großes Problem in Südamerika.

der Ausblick aus unserem Zimmer :) die Standseilbahn am San Cristóbal die Statue der Jungfrau Maria

Freitag, 03.11.2017

Valparaíso

Valparaíso ist eine wunderschöne bunte Stadt direkt am Meer, in der früher viele Künstler gelebt haben. Einer der bedeutensten Häfen von Chile liegt hier in Valparaíso. Wir haben insgesamt drei Tage hier verbracht, um besonders die Planung für den weiteren Verlauf unserer Reise voranzutreiben. Das Internet hier ist nämlich so gut, wie schon lange nicht mehr. laughing Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen, das paradisische Tal (=Valparaíso) selbst zu erkunden.

Direkt nach dem Frühstück gingen wir los in die Stadt. Wir sind als erstes die Avenida Alemania (=Deutschland Allee) abgelaufen, denn diese führt auf den Bergen, parallel zum Hafen entlang und man hat fast durchgehend einen weiten Blick über die gesamte Stadt. Dieser Weg führte auch an dem Haus 'La Sebastiana' vorbei, welches dem chilenischen Dichter und Schriftsteller Pablo Neruda gehörte. Hier lebte und arbeitete er. (Vielleicht kennt ihn ja jemand von euch - wir kannten ihn bis dato noch nicht.) Der Schriftsteller setzte sich in Chile und Spanien gegen den Faschismus ein und erhielt 1971 den Nobelpreis für Literatur. Sein Haus ist heute ein Musem und ein absolutes Touristenmagnet. Aber nicht nur Pablo Neruda zog es nach Valparaíso, auch viele Immigranten und andere einheimische Künstler (Literatur, Musik, Kunst) zog es hier her. Deswegen ist die Stadt auch so, wie sie jetzt ist. Die Wände sind in jeder noch so kleinen Gasse bemalt, die Häuser sind alle in verschiedenen bunten Farben und selbst Böden und Treppenstufen konnten vor Farbe nicht entkommen.

Von der Av. Alemania ging es für uns dann über viele Treppenstufen wieder runter zum Hafen. (Valparaíso wird übrigens auch als Stadt der unzähligen Treppenstufen bezeichnet.) Hier haben wir uns einen kleinen Tipp von unserem Hostel geben lassen: wir sollen unbedingt eine kleine Hafenrundfahrt machen. Zu sechst saßen wir dann in einem kleinen Boot und sind mit einem Guide entlang der Küste gefahren. Valparaíso hat einen großen Container Hafen - nicht ansatzweise so groß wie in Hamburg - sieht aber trotzdem sehr beeindruckend aus, wenn man dort entlang fährt. Außerdem liegen riesige Kriegsschiffe etwas entfernt vom Hafen. Die Stadt wurde früher vor allem für europäische Seefahrer so bedeutungsvoll, da Valparaiso nach der schwierigen Umfahrt von Kap Hoorn (=südlichster Punkt Südamerikas), der nächste größere gelegende Hafen war. Deswegen wuchs die Stadt rasant. Als dann jedoch 1914 der Panamakanal geöffnet wurde, spielte Valparaiso für die internationale Schifffahrt keine Rolle mehr.

Nach der Hafenrundfahrt ging es für uns zu einem der 9 berühmten Aufzüge in Valparaiso, denn für die Aufzüge ist die Stadt weltbekannt. Seit 1883 gibt es den ersten Aufzug, der Menschen vom Fuße eines Berges nach oben bringt, um die vielen Treppenstufen zu vermeiden. 2003 wurden die Stadt und die Aufzüge sogar zum Weltkulturerbe erklärt. Heute sind viele aufgrund von Wartungsarbeiten nicht benutzbar, denn sie sollen nach und nach alle modernisiert werden. Der Aufzug, mit dem wir gefahren sind, kostet ca. 0,40 € pro Person und fährt 80m nach oben. Oben angekommen, gibt es viele Stände mit Schmuck und eine große Aussichtsplattform mit einem gigantischen Blick über den Hafen!

In Valparaíso könnte man einfach Stunden damit verbringen, durch die Stadt zu laufen. Man findet immer irgendwo ein Bild an der Wand, was man noch nicht gesehen hat und man kann sich an dieser farbenfrohen Stadt einfach nicht satt sehen. Ein bisschen hat uns das an die Wynwood Walls in Miami erinnert. Für uns ist es definitiv die schönste Stadt Chiles (bis jetzt laughing) und einen Besuch immer wieder wert!

die haben wir bei der Hafenrundfahrt entdeckt! :D riesige Tiere! einer der 9 Aufzüge in Valparaíso der Hafen - Aussicht vom Aufzug fast alle Treppenstufen sind bemalt! :)

Montag, 30.10.2017

Atacama Wüste - Laguna Cejar

Für den Tag nach Valle de la Luna haben wir eine Tour zur Laguna Cejar gebucht. Wir haben eine Tour gebucht, da wir nicht bereit dazu waren, 60 km mit dem Fahrrad zurückzulegen! laughing Nachmittags wurden wir von unserem Hostel abgeholt und fuhren zur 30 Minuten entfernten Laguna Cejar. Sie ist so besonders, da sie einen Salzgehalt von mehr als 40% hat und deswegen auch als Totes Meer von Chile bezeichnet wird. In ihr selbst kann man leider nicht schwimmen, da sonst Flora und Fauna dadurch gefährdet werden würden, denn an diesem Salzsee leben viele Flamingos. Neben der Laguna Cejar befindet sich allerdings noch ein kleiner See, der zum schwimmen genutzt werden kann. Man hat uns erklärt, dass der See in der Mitte bis zu 30m tief ist. Untergehen kann man jedoch nicht, da man vom Salz immer wieder an die Wasseroberfläche zurück getrieben wird. Auch tauchen ist kaum möglich. Hat man eine gute Balance gefunden, kann man sich wirklich gut entspannen.

Als wir den See besucht haben, war es sehr windig (ungefähr so wie am Tag davor), weshalb es wirklich kalt war, sobald man das Wasser verlassen hat. Nach einer halben Stunde Badespaß haben wir das ganze Salz von uns gewaschen, denn auf unserer Haut hat sich eine richtige Salzschicht gebildet. Danach haben wir uns die Laguna Cejar von einigen Aussichtsplattformen angeschaut. Wunderschöne Landschaft! Der gesamte Boden ist mit Salz bedeckt und schaut man sich um, so sieht man die riesigen Vulkane und schneebdeckten (!!!) Berge der Anden. Total verrückt von der Wüste aus auf schneebedeckte Berge zu schauen?!

Nach einer Stunde ging es für uns dann weiter zu den 'Ojos del Salar': zwei gleichgroße, kleine, kreisförmige Seen, ebenfalls zum schwimmen geeignet, die wie Augen (=Ojos) aus dem Boden schauen. Auch hier eine wunderbare Landschaft, alles mit einer Salzkruste bedeckt. Zum Schluss sind wir zur Laguna Tebinquinche gefahren, wo wir uns mit leckeren kleinen Häppchen und einem, zwei oder drei Pisco Sour den Sonnenuntergang anschauten. Pisco Sour ist das Nationalgetränk von Peru UND von Chile. Die Länder streiten sich ein wenig darum, zu welchem Land es denn nun wirklich gehört. Eins können wir sagen, es schmeckt sehr lecker! In Peru wird das Getränk mit Ei zubereitet, das hat uns eher weniger gefallen.

Der Sonnenuntergang war traumhaft schön, nach und nach färbten sich die Berge rot und violett. Im Vordergrund lag die wunderschöne blaue Lagune - einfach der perfekte Ort um den Tag ausklingen zu lassen. smile

Die Tour war eigentlich echt teuer (40€ pro Person), trotzdem hatten wir einen wunderschönen Tag mit einzigartiger Landschaft und tollen Erlebnissen in einer Salzwüste. Da wir noch nie am Toten Meer waren, war auch der Salzsee etwas besonders! Natürlich gibt es auch Thermalbäder, die ähnliche Bäder anbieten, aber in der Natur haben wir sowas noch nicht erlebt!

P.S.: Unser Guide hat uns gesagt, dass es normalerweise nur an drei Tagen pro Monat so extrem windig ist - natürlich haben wir diese Zeit erwischt. Außerdem konnten wir keine Stargazing-Tour machen weil es Vollmond war und man aufgrund der Helligkeit keine Sterne sehen kann. Trotzdem: Uns hat die Atacama Wüste sehr gefallen und wir würden immer wiederkommen!

Laguna Cejar Sonnenuntergang genießen :)

Sonntag, 29.10.2017

Atacama Wüste - Valle de la Luna

Die Atacama Wüste ist die trockenste Wüste der Welt! Viele Wetterstationen in der Wüste haben seit Jahren keinen Regen mehr aufgezeichnet. Sie erstreckt sich von Peru bis in den Norden Chiles entlang der Pazifikküste. Von Arica haben wir uns mit dem Nachtbus nach San Pedro de Atacama aufgemacht. Dies ist eine reine Touristenstadt und verdammt teuer. Das günstigste was wir hier an Unterkünften finden konnten war ein 'Zelt-Hostel' für 22 € die Nacht, welches fast 3km vom Zentrum entfernt war. Es hat sich aber als total gemütlich herausgestellt und wir sind froh, dass wir uns dafür entschieden haben! Das einzige Problem war halt wirklich die Entfernung zur Stadt.

das vordere grüne gehört uns! :)

Seit dem wir unterwegs sind, versuchen wir alles so günstig wie es geht hinzubekommen. So natürlich auch unsere Tour zum Valle de la Luna (= Mond-Tal). Einige machen die Tour auf eigene Faust zum Beispiel mit einem Mietwagen oder mit dem Fahrrad. Unser Hostel vermietet Fahrräder also hat sich die Lösung quasi angeboten: wir fahren mit dem Fahrrad in die Wüste! 16 km hatte man uns gesagt, kein Problem haben wir gesagt! Aus den 16 km wurden dann 30 km und es war alles andere als angenehm!

Schon als wir vom Hof fuhren merkten wir - besonders ich - dass der Sattel unbequemer nicht sein könnte. Es sind halt Mountainbike Fahrräder und auch echt gute, aber auf dem Sattel konnte man wirklich nicht eine Minute sitzen. Egal, so schnell machen wir keinen Rückzieher. Wir sind in die Stadt gefahren um noch einige Dinge für die Weiterfahrt zu klären, denn das Internet ist so schlecht, dass man online nichts zustande bekommt. Gegen 15:00 Uhr sind wir dann zum Valle de la Luna aufgebrochen. Als wir aus der Stadt rausfuhren und nur noch vom 'weiten Nichts' umgeben waren, merkte man deutlich wie der Wind zu pfeifen anfing. Es war nicht nur Wind, es waren Sturmböhen und das auf dem gesamten Hinweg! Die Sandkörner fühlten sich an wie 1.000 Nadelstiche und selbst im 1. Gang kam man kaum noch vorwärts. Sogar beim bergab fahren musste man noch kräftig treten. Und dann war da ja noch der unbequeme Sattel. laughing Das hatten wir uns irgendwie alles schöner vorgestellt.

Irgendwann sind wir jedoch angekommen und haben die Aussicht auf die große Wüste genossen. Durch einige Felsformationen konnte man hindurch gehen und die Landschaft sah wirklich aus wie auf dem Mond! Die Trockenheit konnte man anhand der aufgeplatzen Böden gut erkennen. Auf dem Rückweg hatten wir dann zum Glück starken Rückenwind, bei dem man kaum noch selbst treten musste. Doch wie es das Schicksal so wollte, haben wir uns natürlich verfahren! Trotzdem haben wir es dann irgendwann geschafft wieder zu unserem Hostel zu finden und wir waren froh, die Fahrräder endlich wieder abgeben zu können. laughing Es war trotzdem ein Abenteuer wert!

Helm und Warnweste sind Pflicht, sonst wird man nicht reingelassen

Freitag, 27.10.2017

Wir sind in Chile!

Der Tag nach unserer Wanderung im Colca Canyon begann ziemlich früh. Wir mussten um 06:30 am Busbahnhof sein, um den Bus nach Tacna zu nehmen - 7 Stunden später waren wir dann vor Ort. Von Tacna aus ist es dann nur noch eine Stunde bis nach Arica (Chile). Also, raus aus dem Bus und ein Collectivo finden, was nach Arica fährt - die fahren wohl alle 30 Minuten hat man uns gesagt. Als wir dann endlich die richtige Station gefunden hatten, konnten wir in einen Bus einsteigen, in dem sich nur Chilenen befanden. Jeder zweite hatte riesige Pakete Klopapier, Getränke und Pappteller dabei - die Dinge müssen in Chile dann wohl besonders teuer sein. Bei der Einreise mussten wir aus den Bussen alles mitnehmen, sogar unser großes Gepäck wurde kontrolliert - ganz anders als in Boliven, da reichte es seinen Reisepass in der Hand zu halten. Es hat aber alles super geklappt, uns wurden nicht mal Fragen gestellt, einfach ein Stempel für die Ausreise und ein Stempel für die Einreise, das alles am gleichen Fenster und fertig. WIR SIND IN CHILE, DEM LÄNGSTEN LAND DER WELT!!!

Kurz danach erreichten wir dann Arica! Es ist die erste Stadt nach der Grenze zu Peru und ist für die meisten nur als Durchreiseort bekannt. Auch wir haben nur eine Nacht dort verbracht, um danach direkt weiter zu fahren. Trotzdem hätte man ruhig einige Tage in Arica verbringen können! Die Stadt liegt direkt am Meer und die Temperaturen sind angenehm warm. Wir hatten 25°C! Als wir ankamen, mussten wir uns erstmal ein wenig organisieren. Wir brauchten chilenisches Geld, wir kannten die Preise nicht und wussten nicht, ob man hier einfach so irgendein Taxi nehmen kann, oder nicht. Wir haben uns dann mit einer Frau aus dem Bus unterhalten, die uns Tipps gegeben hat und uns bei unseren Sorgen geholfen hat. Mit gutem Gewissen sind wir in ein Radiotaxi gestiegen (kein normales Taxi, die sollen wohl unbezahlbar sein!) und zu unserem Hostel gefahren. Wir haben unser Gepäck ins Zimmer gebracht und haben uns auf die Suche nach Essen begeben. Wir sind durch die Straßen geschlendert, um uns erstmal einen Einruck zu verschaffen. Der Preisansteig macht sich schon deutlich bemerkbar. Eine normale Pizza zum Beispiel haben wir für einen Preis unter 12,00 € nicht gefunden! Also mussten wir wieder einmal auf McDonalds zurück greifen. laughing Wir haben nichts günstigeres finden können, ehrlich! Nach einem super leckeren Menü sind wir dann zurück ins Hostel, wo wir nun erstmal den ersten Eindruck sacken lassen mussten.

Nicht nur die Preise haben sich stark verändert, auch die Menschen und Gebäude sind so kurz nach der Grenze schon wie ausgewechselt. Die Menschen kleiden sich nicht mehr, wie aus dem letzten Jahrhundert. Besonders Jugendliche tragen bauchfrei, sind stark geschminkt, laufen mit ihren Cliquen durch die Straßen. So etwas haben wir in Peru nie gesehen, besonders nicht im Norden, wo sich alle sehr traditionell kleiden und nur mit ihren Müttern unterwegs sind, um Kühe und Esel von A nach B zu bringen und auf ihre kleinen Geschwister aufpassen. Plötzlich gibt es Hochhäuser zum wohnen und riesige Einkaufszentren, in denen du alles bekommen kannst. Das letzte mal waren wir in den USA in einem richtigen Supermarkt! Die Häuser sind nicht mehr nur halb gebaut und sehen unfertig aus. Sie sind komplett verkleidet, haben Fenster und Dächer. Ein Grund weshalb die Häuser in Peru übrigens nie fertig gebaut werden: Solange ein Haus nicht fertig ist, müssen keine Steuern gezahlt werden, weshalb ein Bau dann natürlich eeeewig dauert, bzw eigentlich nie fertig wird.

Der Unterschied ist also jetzt schon unglaublich groß, trotzdem freuen wir uns auf das, was das Land zu bieten hat! Wir freuen uns auf ein kleines, neues Abenteuer und sind gespannt! smile

Irgendwie haben wir in Arica überhaupt keine Bilder gemacht. Trotzdem wollen wir euch ein Bild zeigen, deswegen hier eins aus dem Internet:

Arica von der Aussichtsplattform 'El Morro de Arica'

Quelle: recorrido.cl

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