Übersichtskarte

Mittwoch, 18.04.2018

3 Tage Nusa Penida

Von Sanur ging es mit dem Speedboot nach Nusa Penida. Warum Nusa Penida? Der Massentourismus ist hier noch nicht ganz durchgedrungen und wir wollten die Insel gerne in ihrer ursprünglichen Art kennen lernen, denn in 2 - 3 Jahren wird es hier schon wieder ganz anders aussehen. Die meisten Touristen die hier her komen, bleiben nur für einen Tagesausflug. Wir haben drei Nächte im sehr guten 'Dewi Homestay' verbracht und sind froh, nicht nur für einen Tag hergekommen zu sein. 

Unser Speedboot fuhr morgens um 08:00 Uhr, dauerte 45 Minuten und kostete uns 150.000 Rp. (= 9€) pro Person. Das geht günstiger und zwar wenn man von Padang Bai aus nach Nusa Penida fährt. Wir wollten allerdings nicht wieder in den Norden fahren, unter anderem auch wegen dem schleppenden Verkehr hier. Auf Nusa Penida angekommen, fuhren wir auf direktem Wege zu unserer Unterkunft, wo wir uns sofort einen Roller für die nächsten drei Tage ausliehen und einfach mal drauf los fuhren. Das hat sich allerdings schwieriger gestaltet als gedacht. Die Straßenverhältnisse sind teilweise katastrophal und zudem haben wir uns 100 mal verfahren! Als Krönung hatten wir dann unseren ersten Roller-'Unfall', bei dem wir irgendwie im Schritttempo mit dem Roller umgefallen sind. Bei mir sind Knie und Fuß betroffen, bei Matthijs das Schienbein. Aber alles halb so schlimm. Als wir dann nach bereits 4 Stunden fahrt endlich beim Atuh Beach angekommen sind, wurden wir total enttäuscht. Wir dachten, es wäre ein perfekter Strand um sich nach den Torturen mal abkühlen zu können, stattdessen gab es nur steinigen, sehr sehr flachen Boden, der absolut nicht zum schwimmen geeignet war. Trotzdem hatten wir von oben eine wunderschöne Aussicht. Wir merkten aber schon, es war einfach nicht unser Tag. Es ging für uns die 30km zurück zum Homestay, wo wir mit extremen Gesäßschmerzen ankamen! Roller fahren macht zwar Spaß, aber nicht den ganzen lieben langen Tag. laughing

Tag zwei war dann schon viel besser. Der Tag startete mit einem kleinen, aber sehr leckeren Frühstück, nachdem wir uns auch direkt auf dem Weg zu einer der Hauptattraktionen von Nusa Penida machten. Es ging zum Kelingking Beach! Wir wollten unbedingt vor den ganzen Tagestouristen vor Ort sein, um die Aussicht so lange wie möglich in Ruhe genießen zu können. Das hat leider nicht ganz geklappt, als wir ankamen, war schon relativ viel los. Trotzdem eine heftige Aussicht! Man befindet sich quasi am Ende einer Klippe und guckt dann von oben auf wunderschöne Felsen, das blaue Meer und auf einen versteckten Strand. Den Strand wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, also kletterten wir den wirklich extrem steilen Weg hinunter, der eigentlich nur provisorisch in die Klippen gebaut war, was es zu einem wirklichen Abenteuer machte. Es waren bestimmt 40 Minuten, bis wir endlich am wunderschönen Strand mit dem türkisblauen Wasser umgeben von Felsen ankamen! Wir waren nur zunächst nur mit 4 anderen am Strand, bis es später aber etwas voller wurde, allerdings nicht zu voll. Die Wellen hier sind wirklich riesig und ganz oft wird man einfach mitgerissen. Aber gerade das hat einfach so Spaß gemacht. Es war wirklich toll und wir wollten am liebsten den ganzen Tag dort bleiben. Der Rückweg war anstrengend, aber das Hauptsächlich wegen der Hitze, es war endlich mal wieder richtiges Klettern und Hochziehen, was uns ja sowieso am besten gefällt. Danach ging es für uns weiter zu Angels Billabong und zum Broken Beach. Erstes ist ein natürlicher Infinitypool, in dem man perfekt entspannen kann. Letzteres sieht aus wie eine natürliche Brücke. Beide Sehenswürdigkeiten sind wahnsinnig schön und man sollte sie auf keinen Fall verpassen! Tag 2 war ein wirklich gelungener Tag!

Kelingking Beach Angels Billabong - Infinity Pool Broken Beach

Am letzten Tag haben wir uns den ganzen Tag an den Strand gelegt. Wir waren an der Crystal Bay, welche ein sehr guter Schnorchelspot ist und haben uns einfach nur entspannt und sind ab un zu zum Schnorcheln ins Wasser gesprungen. An der Crystal Bay kann man übrigens mit viel Glück den Mola Mola Fisch sehen. Dieser kann bis zu 3 m groß werden, ihr müsst ihn unbedingt mal googeln. Leider hatten wir kein Glück, wahrscheinlich hätten wir dafür auch noch viel weiter raus schwimmen müssen. Wir hatten auf jeden Fall einen tollen Tag, es ist auch mal schön einfach nichts zu tun. smile Am Abend gingen wir lecker Pizza essen, denn schließlich war es unser letzter Abend auf der Insel.

Unser Fazit zu Nusa Penida: Die Insel ist stark im Wandel. Wir haben Berichte gelesen, die sagen, dass vor 2 Jahren noch nicht ein Essensstand zum Beispiel am Kelingking Beach zu finden war, keine Eintrittspreise verlangt wurden und die Straßen noch schlechter waren. Heute sieht man bereits einige Essensstände, Eintrittspreise sind überall (wenn auch super gering) und die Straßen sind an einigen Stellen bereits geteert worden. Überall auf der Insel wird zur Zeit gebaut, viele Luxusresorts sind bereits erkennbar und immer mehr Touristen sind zu finden. Wer also noch die Chance hat, sollte die Insel so schnell wie möglich bereisen um einfach die wunderschöne Natur in Ruhe genießen zu können.

Sonntag, 15.04.2018

Wreck Diving Tulamben

Von Uluwatu ging es für uns wieder Richtung Norden nach Sanur. Eigentlich haben wir diesen Ort nur gewählt, da wir uns hier mit Janice treffen wollten. Janice ist die Schwiegermutter von einer der besten Freundinnen von Matthijs. Wir haben sie vor unserer Reise einmal kurz in Deutschland kennengelernt und da hat sie uns direkt zu sich nach Bali eingeladen. Natürlich sind wir dieser Einladung gefolgt! Zur Zeit lebt Janice wieder in Australien, sie hat aber die letzten 9 Jahre in Bali gewohnt und kommt jetzt trotzdem immer wieder hier her. Da sie auch ein begeisterter Taucher ist, verabredeten wir uns mit ihr zu einem Tauchgang. Am Tag zuvor ging es für uns aber erstmal auf den Nachtmarkt von Sanur, wo man einfach die besten und günstigsten Speisen bekommt! Wir lieben Märkte und Streetfood-Stände, da gibt es einfach von jedem etwas und es schmeckt soo lecker.

Um 08:15 Uhr wurden wir von unserem Homestay abgeholt und fuhren über zwei Stunden in den Norden Balis, nach Tulamben. Hier liegt das USAT Liberty Wreck. Das Versorgungsschiff der USA wurde im 2. Weltkrieg (Januar 1942) von den Japanern mit Torpedos beschossen und wurde dann als Rettungsmanöver an den Strand von Tulamben gesetzt. Alles was auch nur den Hauch eines Wertes hatte, wurde von den Balinesen geplündert. Durch den Ausbruch des immer noch aktiven Mt. Agung 1963 rutschte das Wrack weiter ins Meer hinein und liegt seit dem an der heutigen Stelle. Das Wrack ist bereits an zwei Stellen durchgebrochen und auch sonst sind einige Teile aufgrund von Einsturzgefahr gesperrt. Da es in einer Wassertiefe von 9 bis 30m liegt, ist es für Taucher sehr leicht zugänglich und deshalb auch gut besucht. Trotzdem war es für uns ein einmaliges Ereignis! Wir hatten insgesamt zwei Tauchgänge und konnten so einen sehr guten Überblick über das Wrack erhalten. Zwischen den beiden Tauchgängen gab es ein leckeres Mittagsessen im Restaurant und wir konnten uns alle noch ein wenig austauschen. Wir waren in einer sehr kleinen Gruppe unterwegs (Janice, Sabrina, Matthijs und ich), was das Taucherlebnis einfach noch schöner machte. 

Nach unserem Tauchgang fuhren wir die zwei Stunden wieder zurück, quatschten noch ein wenig an der Tauchschule und wurden dann wieder zurück zum Homestay gebracht. Für den Abend verabredeten wir uns wieder mit Janice, die uns zum Essen einlud. (An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön smile) Wir gingen ins 'Three Monkeys', ein wirklich nobles Restaurant, was wir wohl ohne sie niemals betreten hätten. Das Essen war aber wirklich unglaublich gut! Wir saßen noch eine ganze Weile dort, bis wir uns verabschieden mussten, denn für uns ging die Reise am nächsten Morgen früh wieder weiter. Aber wir sehen uns alle ja im August schon wieder, dann aber in Berlin! Wir freuen uns!

Die Unterwasser-Bilder stammen (leider) nicht von unserer Kamera, sondern von Janice.

Nachtmarkt :) Matthijs, Sabrin (unser 'Guide') und ich Findet Nemo! Janice, Matthijs, ich :)

Da man Tauchgänge nur schwer in Bildern festhalten kann, hier ein kleiner Eindruck. 

Freitag, 13.04.2018

Hallo Asien, Hallo Indonesien, Hallo Bali!

Mit einer Stunde Verspätung haben wir Neuseeland schweren Herzens verlassen und waren 4 Stunden später bereits in Brisbane, Australien. Als das Flugzeug aus Christchurch abhebte, konnten wir von oben die zahlreichen schneebedeckten Berge bewundern, als wir in Brisbane landeten, sahen wir die wahnsinnig schönen Küsten und Strände. Unser zweiter Flug nach Bali hatte ganze 4 Stunden Verspätung, dafür gab es aber ein kostenloses Essen im Wert von 32 AUD (=20 €) - wir haben richtig bei Subway zugeschlagen! laughing Um 14:30 Uhr ging es dann endlich nach Bali, wo wir 6 Stunden später total übermüdet ankamen. Wir liefen aus dem Flughafen, bekamen den Hitzeschlag, auf den wir uns schon so sehr gefreut hatten, stiegen in ein Taxi und fuhren noch eine Stunde zu unserer Unterkunft in Uluwatu. Leider war es schon dunkel und wir konnten somit auf der Fahrt nicht ganz so viel sehen. In der Unterkunft angekommen, bezogen wir unser Zimmer, setzten uns hin, öffneten das erste Bier und atmeten einmal ganz tief durch. Da waren wir nun, in Indonesien, unserem 10. Land auf unserer Reise und in Asien, unserem letzten Kontinent. Wie schnell die Zeit doch vergeht.

Indonesien ist mit 17.000 Inseln der größte Inselstaat der Welt, dementsprechend schwer ist die Frage: Welche und wie viele Inseln besuchen wir in nur 30 Tagen? Länger können wir mit unserem Visa-on-arrival nämlich nicht bleiben. Wir haben uns nun auf ein paar Dinge festgelegt, die wir unbedingt machen/ sehen wollen und dann schauen wir mal wie das klappt. Angefangen natürlich mit Bali, der wohl bekanntesten Insel Indonesiens. 

Wir befinden uns nun auf einer Halbinsel im Süden Balis, genauer gesagt in der Stadt Uluwatu. Diese haben wir heute ganz typisch mit dem Roller erkundet und wir sind jetzt schon hin und weg. Uluwatu ist eher bekannt für Surfer, da hier ein sehr starker Wellengang herrscht - das ist allerdings eher ein Sport für geduldige Menschen, also nichts für uns. laughing Trotzdem kommt man hier auch als Nicht-Surfer voll auf seine Kosten. Nach Organisations-Dingen, wie SIM Karten und Einkaufen, haben wir uns gleich morgens zu unserem ersten Tempel aufgemacht! Es ging zum Pura Luhur Tempel. Das Besondere: er liegt direkt am Meer und bietet damit atemberaubende Fotomotive. Außerdem wird der Tempel von Makaken-Affen bewohnt, die gerne mal die Sonnenbrillen der Besucher stehlen - aus diesem Grund sind wir ohne unterwegs gewesen. Dafür aber mit Sarong, da die Beine beim Betreten von Tempelanlagen bedeckt sein müssen. Gegen Mittag wurde es dann immer heißer (wir haben hier ca. 33°C), weshalb wir nach unserem Tempelbesuch direkt zum ersten Strand gefahren sind: Nyang Nyang Beach. Ein einsamer Strand, den wir fast für uns ganz alleine hatten. Der Weg dorthin war abenteuerlich, denn man musste ein ganzes Stück über steinige, steile Straßen runter zum Strand laufen, bei denen man des öfteren mal ausrutschte. Nach unserem ersten Sprung ins Meer, wussten wir auch warum dieser Strand so einsam ist: der Boden im Meer besteht aus Stein und man kann nicht wirklich schwimmen, weil zu starker Wellengang ist. Also hielt es uns dort nicht wirklich lange, es ging die ganze Strecke wieder zurück und zu einem ziemlich überlaufenen Strand, dem Padang Padang Beach. Trotzdem haben wir auch hier eine ruhige Stelle gefunden. Diese kann man vom Hauptstrand nicht direkt sehen, da man zuerst an ein paar Felsen vorbei muss. Wir haben hier dann den Rest des Tages ausklingen lassen und einfach nur die Sonne und Wärme genossen. 

Unser erster Eindruck: genial. Wir verstehen nun warum es jährlich so viele Backpacker nach Asien zieht. Es ist einfach verdammt billig und es gibt Sonne, Meer und Traumstrände. Wir sind so gespannt, was uns hier noch alles erwartet!

Uluwatu-Tempel auf dem Weg zum Nyang Nyang Beach ein einsamer Strand auf Bali! Padang Padang Beach

Mittwoch, 11.04.2018

Die letzten Tage in Neuseeland...

In Christchurch angekommen, haben wir mit einem Pärchen aus Deutschland/ Österreich einen Termin zur Autobesichtigung ausgemacht. Wir haben sie bei ihrer Airbnb Wohnung etwas außerhalb besucht und sie konnten sich das Auto anschauen und eine Probefahrt machen. Noch am gleichen Tag nachmittags erhielten wir dann die Zusage, dass sie das Auto gerne haben möchten. Wir haben uns natürlich mega gefreut, da es gerade nicht die beste Situation ist, um Autos los zu werden. Hier beginnt jetzt der Winter und es wird wirklich kalt, weshalb die meisten Backpacker das Land verlassen und natürlich alle ihre Autos loswerden wollen. Das wir ebenfalls in diese Situation kommen werden, wussten wir schon bevor wir das Land im Februar betreten hatten. Also haben wir zur Sicherheit eine Rückkaufoption abgeschlossen, mit der wir unser Auto zur Not in Auckland für 2.500€ hätten verkaufen können. Zum Glück haben wir jedoch Richi & Katharina getroffen, die unser Auto für 2.650€ abkauften und das auch noch in Christchurch! (Der Preis ist bei weitem weniger, als wir uns ursprünglich vorgestellt hatten, aber immerhin haben wir es früh genug verkauft!) So mussten wir nicht noch den ganzen Weg zurück in den Norden fahren und haben damit Geld und vor allem Nerven gespart! Insgesamt haben wir für das Auto nun ca. 1.600€ für 2,5 Monate bezahlt. Das ist ein wirklich guter Preis, denn schließlich schließt das sowohl Transport (exkl. Tanken) als auch Übernachtungen mit ein. 

Da wir den beiden das Auto bereits am 08.04. übergeben hatten, mussten wir die letzten 3 Nächte noch irgendwie überbrücken. Wir haben uns dazu entschlossen mit unserem Zelt auf einem Campingplatz (mit Duschen, Küche, Waschmaschinen usw.) zu übernachten, der sogar nur 2,5km vom Flughafen entfernt liegt. Als wir morgens nach der letzten Nacht in unserem kuscheligen Auto dann zum Campingplatz aufbrechen wollten, fand Matthijs noch eine große Luftmatratze, die andere Backpacker zu verschenken hatten. Wir waren überglücklich, denn auf 3 Nächte mit unseren dünnen Isomatten hatten wir uns nun wirklich nicht gefreut. laughing Und die Luftmatratze war wirklich mehr als bequem. Leider änderte sich das Wetter an Tag 2 von warmen Sonnenstrahlen auf Regen mit dicken Hagelkörnern! Dazu wurde es nachts wirklich sehr kalt, sodass man öfters von seinem eigenen Zittern aufwachte. Es regnete ununterbrochen und wollte einfach nicht mehr aufhören. Wir hatten nicht mal die Möglichkeit uns irgendwo aufzuwärmen, da es in der Küche auch keine Heizung oder ähnliches gab. Es war einfach durchgehend kalt, nass und ungemütlich. 

Normalerweise wollten wir nach der dritten Nacht die letzte 'halbe' Nacht am Flughafen schlafen, denn unser Flug am 12.04. geht morgens um 06:00 Uhr. Da es jedoch in Christchurch verboten ist und zudem sehr stark überwacht wird, kann man dort nicht schlafen. Da wir das Risiko des Erfrierens definitiv nicht eingehen wollten, haben wir uns das bisher teuerste Hostel unserer gesamten Reise ausgesucht. Das Jucy Snooze. Ein geniales Konzept! Wir schlafen in einem 8-Bett Zimmer in einer Kapsel mit eigener Steckdose, Klimaanlage, Spiegel und Licht. Es gibt einen riesigen Aufenthaltsraum mit Hängematten, Sitzsäcken, Bänken und hunderten Steckdosen! Einfach perfekt. Dafür zahlen wir 21€ pro Bett, können aber morgen früh die 800m zum Flughafen laufen. 

Es ist nun an der Zeit sich von dem wunderschönen Neuseeland zu verabschieden! Einerseits sind wir wirklich traurig, andererseits können wir es einfach nicht mehr abwarten ins Warme zu fliegen. Ich persönlich verlasse Neuseeland mit gemischten Gefühlen, da ich mich hier irgendwie richtig wohl, fast schon wie zu Hause gefühlt habe. Wir waren hier nun eine echt lange Zeit und für mich fühlt es sich einfach verdammt komisch an von nun an wieder mit Rucksack zu reisen und in Hostels zu schlafen. Die Einheimischen sind so unglaublich nett, wir haben uns mit so vielen unterhalten und von jedem etwas neues über Land und Leute gelernt. Ich werde hier einfach so vieles vermissen, was ich nicht mal richtig beschreiben kann, sodass das Gefühl der Traurigkeit bei mir die Vorfreude schon fast übersteigt. Trotzdem denke ich, dass sich das bei der Ankunft in Bali schlagartig wieder ändern wird. laughing Ein bis zwei Wochen weniger wären für unsere Route perfekt gewesen, da wir am Ende doch schon des öfteren nicht wussten, was wir ausfressen sollten - vor allem bei schlechtem Wetter. 

Wir genießen jetzt noch den letzten Abend in Neuseeland, kochen (hoffentlich) das letzte mal auf dieser Reise unsere superleckeren Nudeln, gehen dann früh schlafen und stehen heute Nacht pünktlich am Flughafen! Also sagen wir nun bye bye du schönes Neuseeland, auf ein baldiges Wiedersehen!

die Schlafkapseln :)

Freitag, 06.04.2018

Entspannte Tage entlang der Ostküste

Zwei Tage haben wir in der zweitgrößten Stadt der Südinsel verbracht: Dunedin. Die ca. 130.000 Einwohner große Stadt ist mit vielen alten Gebäuden geschmückt und hat eigentlich auch viel zu bieten. Wir sind jedoch nur durch die Straßen gefahren, haben uns den berühmten Bahnhof angeschaut und sind natürlich die - laut dem Guinness-Buch der Rekorde - steilste Straße der Welt abgelaufen, die sogenannte Baldwin Street im Norden Dunedins. Da Asphalt hier aufgrund des Gefälles abrutschen würden, pflasterte man sie mit Betonplatten.

Nach vielen Stunden in der Bibliothek ging es dann die Ostküste entlang in den Norden Richtung Christchurch, von wo aus wir auch unseren Flug nach Bali nehmen werden. An der Ostküste befinden sich auch die Moeraki Boulders. Dies' sind aus Schlamm, feinem Lehm und Ton bestehende Felsbrocken, die nahezu perfekte Kugeln bilden. Sie liegen am Koekohe Beach und sind bei Ebbe zu sehen. Deshalb ist es auch hier wichtig, vorher die Gehzeiten zu checken! Wir waren morgens um 10:00 Uhr vor Ort und konnten nicht begreifen, woher die ganzen Menschen kamen. Ähnlich wie am Hot Water Beach stützten sich alle auf die riesigen Kugeln, um ein tolles Foto zu knipsen. Wir haben uns dann zu ein paar Felsbrocken etwas außerhalb gesellt, die wir dann ganz für uns alleine hatten. 

Danach ging es für uns immer Stück für Stück weiter nach Christchurch. Wir müssen uns ja schließlich noch um den Autoverkauf kümmern, oder es sonst zu unserem Händler zurück bringen. Also verbringen wir weitere Tage in Bibliotheken und bei Burger King. Christchurch ist mit 342.000 Einwohnern übrigens die größte Stadt der Südinsel und auch die Stadt, die in der Vergangenheit stark von Erdbeben heimgesucht wurde. 2011 zerstörte ein Erdbeben die komplette Innenstadt, weshalb man heute noch mit dem Wiederaufbau beschäftigt ist. Unter den zerstörten Gebäuden lagen u.a. auch viele Denkmalgeschütze Bauten (z. B. die Cathedral of the Blessed Sacrament), die bis heute noch nicht wieder hergestellt wurden.

irgendetwas stimmt hier nicht! :D Moeraki Boulders Hilfe - ein Stein isst meinen Matthijs! :D

Montag, 02.04.2018

The Catlins - von Invercargill nach Dunedin

'The Catlins' ist ein Gebiet im Süden der Südinsel und hat sehr viel zu bieten! Wir sind von Invercargill (einer Stadt ganz im Süden) einfach die Küste entlang gefahren bis hoch nach Dunedin, wo wir uns zur Zeit befinden. Auf dieser Strecke fährt man schon automatisch an die wunderschöne Küstenlandschaft vorbei! Wir haben hier fast jede Sehenswürdigkeit mitgenommen und wurden nicht enttäuscht.

Gleich morgens ging es zum südlichsten Punkt der Südinsel Neuseelands. Eine 20-minütige Wanderung über Felder vorbei an unzähligen Schafen führte uns zum Rande des Festlands. Von diesem Punkt aus sind es noch 4.803 km bis zum Südpol. Danach ging es für uns weiter in ein ganz besonderes 'Museum', welches sich 'The Lost Gypsy Gallery' nennt. Hier werden selbstgebaute verrückte Stücke ausgestellt. Die meisten Werke sind aus recycelten Dingen, wie Blech, Plastik, Glas hergestellt worden. Einige davon kann man kaufen, andere sind nur zur Ausstellung gedacht. Bezahlt man $5 (=3€) pro Person darf man in eine kleine Halle gehen, wo sich ebenfalls Ausstellungsstücke befinden. Das tolle ist, man kann jedes Stück irgendwie bedienen. Zum Beispiel irgendetwas drücken, drehen oder einen Schalter umlegen und die Werke machen Geräusche, Bewegen sich oder leuchten irgendwie. Ihr merkt, es ist sehr schwer das ganze zu beschreiben. laughing In diesem Museum haben wir mehrere Stunden verbracht, bevor wir uns zu Seelöwen aufmachten. Es gibt eine wunderschöne Bucht, in der man viele Seelöwen sehen kann und sogar ziemlich nah an sie heran treten kann. Natürlich sollte man es nicht übertreiben, da sie, wenn sie sich unwohl fühlen, gerne mal zuschnappen und dabei Krankheiten übertragen können. Außerdem sind diese Tiere gar nicht so langsam, wie sie aussehen!

Nach den wunderschönen Seelöwen ging es für uns zu einer anderen Bucht, in der man Pinguine sehen kann. Es sind die Gelbaugenpinguine, die hier in Neuseeland und sonst nirgendwo anders auf der Welt zu finden sind. Dazu läuft man in die Nähe eines Strandes, wo diese leben und versteckt sich dabei in einer Hütte, die einige Aussichtsfenster hat. Das hat einen ganz guten Grund: die Pinguine reagieren sehr empfindlich auf laute Geräusche und Stress, der durch die Menschen verursacht wird. Sowieso weil die Pinguine sich gerade in der Zeit befinden, in der sie sich mausern, also ihr Gefieder wechseln. Dadurch können sie eine längere Zeit nicht schwimmen und somit nicht essen, nehmen stark ab und sind noch anfälliger. Wir haben wirklich lange durch die Fenster geschaut und konnten nichts entdecken, bis auf einmal ein Pinguin aus dem Wasser kam und direkt in die Büsche lief! (Wir haben uns wirklich gewundert, da sie in dieser Zeit ja eigentlich nicht schwimmen gehen) Für eine Minute konnte man den wunderschönen, kleinen Pinguin beobachten und dabei ein paar Fotos schießen. Leider haben wir kein Zoom-Objektiv (was wir tatsächlich schon des öfteren bedauert haben) und deshalb sind unsere Fotos nicht wirklich etwas geworden. Neben uns stand jedoch ein älterer Herr mit einer Mega-Zoom Kamera, der uns danach ein Bild vom Pinguin gezeigt hat! Ein wahnsinnig schönes Tier - ihr könnt ihn ja mal googeln. smile Als letzten Stopp hatten wir uns das Nugget Point Lighthouse ausgesucht! Ein kurzer 10 min Weg führt zum Leuchtturm und man hat eine unschlagbare Aussicht!

Am Abend gab es dann eine leckere, große Portion Fish & Chips. Wir sind noch eine Stunde in Richtung Dunedin gefahren, da wir die nächsten Tage in der Großstadt verbringen werden. Heute haben wir uns einen entspannten Tag im Schwimmbad gemacht und morgen wollen wir bei gutem Wetter die Stadt erkunden!

Slope Point - der südlichste Punkt der Südinsel! the lost Gypsy Gallery Teapotland! Nugget Point Lighthouse

Freitag, 30.03.2018

Fiordland Nationalpark - Kepler Track

Wir waren mal wieder drei Tage wandern im wunderschönen Fiordland Nationalpark. Der Kepler Track gehört ebenfalls zu den Great Walks und ist als Loop-Wanderung aufgebaut. Das bedeutet, dass der Weg für jeden sehr leicht zugänglich ist und man sich außerdem die hohen Transportkosten spart, da Start und Ende an der selben Stelle liegen. Wir haben für unsere Wanderung insgesamt $80 gezahlt ($20 pro Campingplatz p. P.). Da es auf der gesamten Wanderung nur zwei Campingplätze gibt, kann man sich die insgesamt 60 km nicht in mehr als 3 Tage einteilen, sondern sie sind vorgegeben: 22,2km - 22,8km - 15,1km (außer man bucht die teuren Hütten - davon gibt es mehrere). 

Am 28.03. ging es dann endlich los! Wir parkten am Rainbow Carpark und starteten hier unsere Wanderung. Der erste Tag war aber absolut unspektakulär und langweilig. Hier und da ging es ein bisschen bergauf und bergab und das die ganze Zeit durch Wald. 22,2 km und 6 Stunden haben wir nichts anderes als Bäume gesehen! Da hatten wir uns ehrlich gesagt viel mehr erhofft. Endlich am Iris Burn Campingplatz angekommen, haben wir unser Zelt aufgebaut und sind nochmal einen 2km-Side-Track zu einem Wasserfall gelaufen. Die 4km hätten wir uns sparen können, denn so interessant war dieser auch nicht. Es war eben ein ganz normaler Wassefall. laughing

Tag 2: Vor diesem Tag hatten wir fast schon ein bisschen Angst, denn gleich zu Anfang ging es super steile 962m bergauf. Auch hier waren die ersten Höhenmeter ziemlich langweilig. Als wir dann jedoch die Baumgrenze erreichten, hatte man wahnsinnig tolle Ausblicke auf die umliegenden Bergketten und Seen, z. B. Lake Te Anau. Wir waren in dem Moment so glücklich, dass wir uns doch für diese Wanderung entschieden hatten, denn wir konnten dank des guten Wetters so unglaublich weit gucken und einfach nur die wunderschöne Natur genießen. Es war zwar wirklich anstrengend, aber wir wurden dafür auch mit immer wieder neuen Aussichten belohnt. Der Weg führte fast durchgehend an Bergketten und über Bergkämme entlang, weshalb es uns oft an Roys Peak erinnerte (u.a. auch wegen den gleichen Pflanzen, die ab einer bestimmten Höhe zu finden sind). Als wir den Hanging Valley Shelter (1.390m) passiert hatten, ging es nochmals 300m bergab, bevor wir uns dann das letzte mal für diesen Tag zum höchsten Punkt des Tracks (1.401m) hochkämpfen mussten. Vorbei am Mt. Luxmore ging es dann die restlichen 10km insgesamt 1.207m bergab, bis wir nach 07:45 Stunden endlich unseren Campingplatz am Lake Te Anau erreichten. Ein wirklich anstrengender Tag ging zu Ende, an dem wir uns aber mehr als gut geschlagen haben. Der Ranger hatte am Vortag zu uns gesagt, wir bräuchten mindestens 10 Stunden - das haben wir jawohl locker unterboten! wink

Nach einer - dank der lauten Wellen und dem Wind - schlaflosen Nacht ging es morgens früh die restlichen 15,1km (wieder mal) durch Wald zurück bis zu unserem Auto. Ein verdammt langweiliger Weg, an dem wir nicht mal ein Foto geschossen haben! Und das muss schon was heißen. laughing Nach 3 Stunden sind wir wieder bei unserem Auto angekommen und es ist einfach immer wieder das beste Gefühl, die Wanderschuhe gegen FlipFlops einzutauschen und zu wissen: wir haben es geschafft! Unser Fazit: Tag 1 und Tag 3 sind echt öde, kann man aber leider nicht auslassen. Die Bergüberquerung und die atemberaubenden Ausblicke am zweiten Tag sind dafür einfach unbezahlbar schön und wirklich lohneswert! Wir hatten außerdem extrem Glück, dass es nicht geregnet hat und wir die Wanderung so in vollen Zügen genießen konnten. Wir würden den Track definitiv weiter empfehlen!

Rainbow Carpark --> Iris Burn --> Broad Bay --> Rainbow Carpark Lake Te Anau Findet den Matthijs! oben konnte man viele Keas (Papageien) entdecken!

Dienstag, 27.03.2018

9 MONATE WELTREISE!

Heute vor 9 Monaten begann unsere Weltreise am Flughafen Köln/ Bonn. Um 12:50 Uhr ging nämlich unser Flug nach Miami. Dort haben wir direkt unseren Mietwagen abgeholt und sind mit unserem Dodge Mini Van 59 Tage durch die USA und 9 Tage durch Kanada gefahren. Danach mussten wir uns vom Vanlife verabschieden und haben mit Bus und lokalen Transportmitteln Peru, Chile und einen kleinen Teil von Bolivien in insgesamt 87 Tagen erkundet. Laut unseren Plänen aus Deutschland hätten wir eigentlich schon längst in Neuseeland sein müssen, stattdessen sind wir wieder in den Norden nach Mexiko geflogen und haben hier Weihnachten verbracht. Im neuen Jahr ging es dann nach Kuba, bevor wir uns endgültig nach 7 wundervollen Monaten von Amerika verabschiedeten. Nach 2 Wochen purer Entspannung auf Fidschi begann dann das langersehnte Abenteuer Neuseeland! Und jetzt sind wir hier. 2 Wochen vor Ende unserer Neuseelandreise 'feiern' wir unser 9-Monatiges-Jubiläum und können immer noch nicht fassen, dass schon so viel Zeit vergangen ist!

Wir haben so viel gesehen, gelernt und erlebt, so viele unterschiedliche Menschen und Kulturen kennen gelernt, unzählige Berge bestiegen, an wunderschönen Stränden entspannt und trotzdem steht jetzt noch ein weiteres, ganz anderes Abenteuer auf dem Plan: Asien. Wie ihr bereits wisst, geht unser Flieger am 12. April auf die Insel Bali in Indonesien, wo wir ab dann 30 Tage haben, um das Land zu erkunden. Wie es nach Indonesien weiter geht? Keine Ahnung. Asien hat so viele tolle Länder, dass wir uns einfach nicht entscheiden können. Jede Route, die wir uns zusammen stellen, wird jede Woche wieder um geschmissen. Wir werden unsere Flüge nun einfach nach Lust und Laune buchen. Damit das aber klappt, werden wir ab jetzt wahrscheinlich mit 'Fake'-Flugtickets reisen. Das bedeutet: Wir buchen kurz vorher ein Ausreiseticket (ist für die Einreise erforderlich), was 48 Stunden nach der Buchung direkt wieder storniert wird. Wir erzählen euch dann, wie es geklappt hat!

Wir freuen uns auf jeden Fall mega auf Asien. Ganz besonders auf günstige Länder, die wir uns ja extra bis zum Schluss aufgespart haben. Denn bis jetzt waren wir nur in teuren Ländern unterwegs! (Peru & Bolivien ausgenommen). USA, Kanada, Chile, Fidschi & Neuseeland sind wirklich teure Länder, wo wir uns bei allem drei mal überlegt haben: Geld ausgeben oder nicht? Mexiko und Kuba waren ganz okay vom Preis, wobei wir sagen müssen, dass wir uns Mexiko viel günstiger vorgestellt hatten. Wusstet ihr, dass wir schon seit dem 09.03. nicht mehr rauchen?! Dass sind bis heute schon ganze 19 Tage!!! Wir haben in Neuseeland noch nicht eine Schachtel Zigaretten gekauft, da wir nicht bereit sind $35 (= 21€) pro Schachtel auszugeben. Wir haben damals am Flughafen in Fidschi 5 Schachteln für 4 €/ Stück gekauft, da man nur 2,5 Schachteln (50 Zigaretten) pro Person mit nach Neuseeland nehmen darf. Wer jetzt aber denkt „Ach dann könnt ihr ja auch gleich aufhören.“ Dem sagen wir nur: Falsch gedacht! Das wird in Indonesien erst mal wieder nachgeholt! laughing

Da wir die letzten Tage seeehr viel Zeit hatten, sind wir endlich angefangen unser Video aus Mexiko zu schneiden! Wir filmen immer so aus Lust und Laune heraus, und in Mexiko hat uns die Motivation aus dem Torres del Paine Nationalpark noch so mitgenommen, dass wir nun sehr viel Video Material für Mexiko haben. Seht es euch einfach an! :) Außerdem haben wir eine kleine Collage mit Bildern der letzten Monate zusammen gestellt – vielleicht schafft ihr es ja den Bildern die jeweiligen Länder zuzuordnen. smile

Freitag, 23.03.2018

Fiordland Nationalpark - Milford Sound

Die letzten Tage haben wir uns in Lumsden aufgehalten. Es ist nur ein kleines 400-Seelen Dorf, aber dafür das wahre Backpacker Paradies. Hier gibt es den letzten freien Campingplatz vor dem Fiordland Nationalpark und deswegen muss man früh da sein, denn hier ist immer was los. Es gibt 24-Stunden Toiletten, extra Abwasch- und Kochgelegenheiten, eine Bücherei mit sehr gutem W-LAN, einen Supermarkt direkt gegenüber und ein Schwimmbad, wo sich die Duschen befinden. All' das befindet sich in nur einer einzigen Straße! Hier haben wir die Tage nach dem Routeburn Track verbracht, bevor es zum Milford Sound ging. Der Milford Sound ist ein 14km langer Meeresarm/ Fjord und wurde 2008 zum schönsten Reiseziel der Welt gekürt. Damit durften wir ihn auf keinen Fall verpassen, auch wenn die Anreise ganze 200km oneway 'Umweg' bedeutete.

Wenn man den Mildford Sound erkunden will, macht man das entweder mit dem Flugzeug oder Helikopter, mit einer Kayaktour oder auf dem Boot. Wir haben uns für letzteres entschieden, da es unserer Meinung nach das beste Preis-/ Leistungsverhältnis zu bieten hat. Wir haben für eine Nachmittagstour $60 (=35 €) pro Person gezahlt und sind dabei den gesamten Milford Sound bis zum Tasmansee und wieder zurück gefahren. Die gesamte Landschaft ist unglaublich schön, sodass wir danach noch ein paar kurze Wanderwege gelaufen sind, um zu ein paar Ausblicken zu gelangen. Während der Bootstour haben wir einige Delfine, Robben und kleine Heuler entdeckt. Die Delfine haben sogar eine ganze Zeit lang vorne in den Bugwellen des Bootes gespielt und uns so ein ganzes Stück begleitet. Man fährt durch das Gewässer umgeben von gewaltigen Bergen, an denen wieder unzählige Wasserfälle hinab fallen. Wir hatten wirklich Glück, normalerweise regnet es in Milford Sound 260 Tage im Jahr. Bei uns war es sonnig und nur ein wenig wolkig, weshalb wir die gesamte Fahrt draußen verbringen konnten. Insgesamt dauerte die Tour 2 Stunden und währenddessen gab es als Snack einen Karottenkuchen dazu - der übrigens verdammt lecker war! 

Nach unserer Tour sind wir die 200km wieder zurück nach Lumsden gefahren. Hier verbringen wir nun noch die nächsten vier Tage, in denen eigentlich nichts besonderes ansteht. Wir haben uns doch noch mal für eine 3-Tages Wanderung entschieden (Kepler Track), die sich ebenfalls im Fiordland Nationalpark befindet. Da sich leider kein früherer Termin ergeben hatte, entspannen wir uns noch ein wenig im 'Backpacker Paradies' bevor es am 28.03. dann wieder los geht. Wir sind wirklich gespannt wie es wird, da in den letzten Tagen die Temperaturen stark abgefallen sind und wir unsere Nächte während der Wanderung wieder im Zelt verbringen werden.

Milford Sound unser Boot :) der 151m hohe Stirling Fall die 162m hohen Bowen Fallsdurch den 14km langen Fjord zur Tasmansee Kea - eine Art Papagei, nur in Süd-Neuseeland zu finden

Montag, 19.03.2018

Routeburn Track - Pleiten, Pech & Pannen

Ja, wie fang ich am besten an? laughing Zunächst sollte man wissen, dass es in Neuseeland 9 von den sogenannten 'Great Walks' gibt und ab 2019 kommt sogar noch einer hinzu. Diese Wanderung gelten als besonders schön, beeindruckend und führen durch spektakuläre Landschaften aller Art. Zu diesen Great Walks gehören übrigens auch der Abel Tasman Coast Track, den wir bereits gelaufen sind und der Tongariro Northern Circuit, bei dem wir nur das Crossing als Tageswanderung gemacht haben. Diese Wanderungen sind bei jedem besonders beliebt, weshalb man oft weit im Voraus die Hütten oder Campingplätze buchen muss. Als wir uns auf einer Autofahrt mal über alle Great Walks informiert hatten, fiel unsere Wahl auf drei Wanderungen, die wir eventuell noch machen wollten; darunter der Routeburn Track. Die Buchungen kann man sich Online ganz leicht anschauen und so fiel auf, dass nur noch ein Platz auf einem Campingplatz (wir können uns keine Hütten leisten, deswegen kommen diese nicht in Frage) am 18.03. frei ist. Nach grober Abschätzung ob wir in diesem Zeitraum schon in der Ecke nahe des Routeburn Tracks sein könnten, buchten wir diesen Campingplatz für $20 pro Person (=12€). Was wir dann erst später bemerkten: Der Routeburn Track überquert eine Gebirgskette, weshalb Start und Ende des Tracks für Autofahrer 325 km auseinander liegen. Dementsprechend teuer sind also auch die Shuttlebusse ($179 p. P. aufwärts). Wir waren in mehreren Informationszentren und sahen uns schon tief enttäuscht den Campingplatz stornieren, denn keiner konnte uns auch nur irgendeine Lösung für unser kleines Problem vorschlagen. Als wir es in Wanaka dann ein letztes mal versuchten, trafen wir auf die wohl beste DOC-Mitarbeiterin in ganz Neuseeland, denn diese schlug uns ohne zu überlegen vor den Routeburn Track um zwei weitere Tage über den Caples Track zu verlängern. So liegen zwischen Start und Ende des Tracks nur noch 30km Autostrecke. Perfekt! Der Caples Track ist kein Great Walk und jetzt möchte ich euch nur mal zum Vergleich die Kosten sagen: Routeburn Track: $20 Camping/ $65 Hütte; Caples Track: $5 oder kostenlos Camping/ $15 Hütte. Alle Preise sind pro Person. Ein wahnsinniger Unterschied! 

Am 16.03. ging es für uns los. Da wir ja zwei Sparfüchse sind, haben wir uns dazu entschieden keinen Shuttle (für $36 p. P.) zu buchen, sondern es mal wieder mit Trampen zu versuchen. Ja... um es kurz zu fassen, von 30km wurden wir ganze 9 km mitgenommen, weil auf der Straße einfach keine verdammten Autos fuhren! Somit hatten wir schon 21km Fußmarsch hinter uns, bevor unser Track überhaupt startete! Das hatten wir uns definitiv anders vorgestellt. Zu unserem Glück bestand unsere eigentliche Strecke für den ersten Tag nur aus 9km, sodass wir insgesamt 'nur' 30km laufen mussten. Trotzdem: 30km statt 9km für den ersten Tag mit vollem Gepäck für 4 Tage macht einfach keinen Spaß und zum Schluss war jeder Schritt pure Quälerei. Innerlich hätte ich vor Wut wohl platzen können, wie wir so geizig sein konnten $72 (=43€) für einen Shuttle auszugeben. Natürlich bin ich nach der überstandenen Wanderung froh darüber, es nicht getan zu haben! tongue-out Am zweiten Tag lagen 20km vor uns, bei denen wir einen 400m hohen Bergkamm überqueren mussten. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte mal so viel geflucht und gemeckert hatte - doch, weiß ich wohl, nämlich bei meiner aller ersten Wanderung in der USA. laughing Die Motivation war im Keller, die Beine taten weh, jeder Schritt war einer zu viel und wir brauchten über 7 Stunden bis wir endlich den Campingplatz erreichten. Mit diesem Tag endete unser Caples Track. Trotz unserer etwas schlechteren Laune muss man sagen, dass der Track wirklich schön ist. Er führt zwar oft durch Wald aber auch durch Täler, wobei man die gigantischen Berge drum herum bestaunen kann. Außerdem hatten wir tagsüber perfektes Wetter, sodass wir hin und wieder die Sonne genießen konnten.

per Anhalter zum Start der Wanderung Tag 2 startete ein bisschen ungemütlich McKellar Saddle

Mit dem Start des Routeburn Tracks änderte sich leider auch das Wetter, was wir mehr als bedauern, da uns dadurch viele atemberaubenden Aussichten ausblieben. Am dritten Tag mussten wir wieder 400m bergauf auf einer Strecke von 10km. Irgendwie gab uns das einen Motivationsschub, denn so waren wir an diesem Tag nur 3 Stunden unterwegs und konnten den Rest des Tages entspannen. Bei der Ankunft kamen jedoch gleich schlechte Nachrichten auf uns zu, denn beim Betreten des Campingplatzes informierte uns der Ranger direkt über eine starke Unwetterwarnung. Die darauffolgende Nacht war dann alles andere als angenehm. Wie bereits angekündigt fing es gegen 00:00 Uhr fürchterlich an zu regnen und es wurde extrem windig. Sogar die umliegenden Bäume konnte man verdächtig knartschen hören. Zu dem ganzen Trubel hörten wir um 03:00 Uhr irgendwas an unserem Zelt zupfen. Ich dachte es wäre nur ein Vogel, der sich einen Unterschlupf suchte, Matthijs dachte direkt an ein Nagetier. Wir legten uns wieder schlafen, bis Matthijs ganz plötzlich stark zusammen zuckte. Leise brachte er die Worte raus: 'Mir ist da gerade etwas über den Kopf gelaufen...' Innerhalb einer Millisekunde stand ich im Zelt, den Schlafsack hochgezogen, griff nach der Taschenlampe und fing an zu suchen. Wir sahen tatsächlich eine Maus durch unser Zelt huschen!!! Matthijs griff sich einen Schuh und wir versuchten das blöde Tier zu erwischen. Irgendwann konnten wir es nicht mehr finden, dafür aber ein kleines Loch in unserem Zelt und angeknabbertes Toastbrot, was unser Frühstück für den nächsten Tag sein sollte. Die Maus hatte wohl schon ein paar Stunden mit uns verbracht. yell In der Nacht durchwühlten wir unsere gesamten Sachen, flickten das Loch provisorisch mit Klebeband und legten uns bis 06:00 Uhr wieder schlafen - ob man das schlafen nennen kann, weiß ich nicht. Am nächsten Morgen musste dann jeder mit einem halben Apfel und einem mageren Müsliriegel auskommen. Vor uns stand der wohl härteste Teil der gesamten 4 Tage. Es ging rauf auf 1.255m, um dann wieder runter auf 500m zu unserem Parkplatz zu wandern. Wir waren erstaunlich gut in Form und konnten die gesamten 20km sogar in 5,5 Stunden schaffen. Leider hat es durchgehend heftig geregnet und gestürmt, sodass wir bereits nach einer Stunde bis auf die Knochen komplett durchgenässt waren. Die Wanderwege waren Bäche und wir standen ständig knöcheltief im Wasser. Wir konnten keine einzige Pause einlegen, weil man durch den starken Wind sofort anfing zu frieren. Die Ausblicke während der Wanderung waren dadurch bei Weitem nicht so wie erwartet, aber trotzdem wunderschön! Wir liefen durch tolle Landschaften mit unzähligen Wasserfällen. Wir haben unsere Kamera jedoch schon früh sicher in den Rucksack gepackt, weil Fotos bei dem Regen keinen Sinn mehr gemacht haben und, wie gesagt, alles durchnässt war. 

Sollten wir noch einmal nach Neuseeland zurückkehren, würden wir diese Wanderung bei gutem Wetter nochmal machen wollen. Wir haben für diese Wanderung eine extrem günstige Variante gefunden, die uns für 4 Tage nur $50 + Essen gekostet hat. Da bezahlen die meisten wahrscheinlich deutlich mehr. Trotz mehrerer Pannen bereuen wir nichts davon. Wenn es auch oft nicht so war wie erwünscht, haben wir dazu gelernt und wissen, was wir beim nächsten mal vielleicht anders machen. 

Guten Morgen Tag 3! Wie man sieht bekommt man im Zelt nicht ganz so viel Schlaf :D Lake Howden die 174m hohen Earland Falls mein Rucksack ist nicht so voll wie es aussieht :D im Hintergrund Lake McKenzie das letzte Foto des Tages!

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